Was ist eigentlich ein CDE und was kann man damit machen?

Im Zusammenhang mit der Methode BIM (Building Information Modeling) werden gerne und viele Abkürzungen verwendet. Viele dieser Abkürzungen wurden erst mit der Einführung der BIM-Methode erfunden und sind nicht immer selbsterklärend. Eine dieser Abkürzung ist CDE. Doch was ist eigentlich ein CDE und wozu wird es im Zusammenhang mit BIM verwendet? 

Die Abkürzung CDE steht für Common Data Environment. Frei übersetzt heißt dies Gemeinsame Datenumgebung. Bei einem CDE handelt es sich also um einen Projektraum, in dem (nicht nur bei der Methode BIM) zusammengearbeitet werden kann. In einem CDE werden alle projektbezogenen Informationen zentral abgelegt und an die richtigen Projektbeteiligten verteilt. Diese Informationen sind der Kern der BIM-Methode. Um bei den Abkürzungen zu bleiben kann man also sagen: 

Ohne CDE kein BIM

Dass ein CDE für die Anwendung der BIM-Methode unumgänglich ist, zeigt auch ein Blick in den Masterplan BIM Bundesfernstraßen des Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. Darin taucht der Begriff CDE gleich an mehreren Stellen auf. Das Ziel der Nutzung von CDEs wird darin gesehen, den Informationsprozess transparenter und damit zuverlässiger zu machen. 

Mit einem CDE werden die richtigen Daten den richtigen Personen zur Verfügung gestellt

Eine der Grundfunktionen eines CDE ist die Möglichkeit, Dateien in einer Cloud abzulegen, damit diese den Beteiligten unabhängig von Ihrem Standort zur Verfügung stehen. 
Damit dabei nicht jedes Projektmitglied Zugriff auf alle Daten bekommt, muss diese Zuweisung zielgerichtet sein. Dies ist eine weitere Grundfunktion eines CDE: Es muss eine Nutzerverwaltung geben, die verschiedenen Nutzergruppen individuelle Berechtigungen zuteilt. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass jedem Projektmitglied nur die Daten zur Verfügung gestellt werden, die für die Erledigung der jeweiligen Aufgabe erforderlich sind. 

Ein gutes CDE kann mehr als nur Daten zur Verfügung stellen

Der Funktionsumfang von CDEs geht jedoch über das bloße Bereitstellen von Informationen hinaus - sonst könnte man auch einfach Google Drive nutzen. So werden die Daten häufig nicht nur abgelegt sondern können direkt im CDE betrachtet werden. Anmerkungen in Modellen und Plänen können bestimmten Nutzern zur Verfügung gestellt werden. Idealerweise steht dem Projektteam ein Kommunikationsmodell zur Verfügung, das als single source of truth immer den aktuellen Planstand dokumentiert und das für die Kommunikation verwendet wird. Regelmäßig können in CDEs auch Aufgaben aus dem Projektmanagement erledigt werden. Dazu werden beispielsweise Aufgaben erstellt, über die die Angesprochenen dann benachrichtigt werden. Um eine Aufgabe unmissverständlich zu formulieren, können Ansichten im Kommunikationsmodell hinterlegt werden. Die Erledigung von Aufgaben wird direkt im CDE dokumentiert. Auf diese Weise wird die Kommunikation zwischen Projektbeteiligten transparenter und zuverlässiger.

Der Einsatz eines CDE ist auch ohne BIM ein Gewinn

CDEs werden nicht nur in Großprojekten mit vielen verschiedenen Beteiligten eingesetzt. Auch innerhalb eines Unternehmens kann ein CDE gewinnbringend eingesetzt werden, um die Kommunikation zwischen Büro und Baustelle zu verbessern. Es ist für jedes Team ein Vorteil, wenn Aufgaben nicht nur am Telefon durchgegeben werden, sondern in einem Plan oder Modell visualisiert werden. Das Zuweisen von Aufgaben an bestimmte Projektmitglieder schafft Transparenz und sorgt für mehr Verbindlichkeit bei der Erledigung von Aufgaben.